Montagmorgen Blues

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Guten Morgen ihr Lieben! 

Während der oder die ein oder andere noch gemütlich den ersten Kaffee zu Hause schlürft, bin ich bereits seit 04:50 Uhr wach, seit 07:30 Uhr auf Arbeit und habe schon 170 km zurückgelegt. Tag für Tag, Woche für Woche lege ich diese Strecke zurück. Ich pendle seit August 2015 die Strecke zwischen Fulda und Erfurt täglich. Es ist anstrengend und es geht viel Lebenszeit dafür drauf. Aber ich erinnere mich an meinen Grundsatz vom Jahresbeginn: GELASSENHEIT. Und deshalb nutze ich lieber die Gunst der frühen Stunde und spiele den Early Bird statt darüber zu verzweifeln wie viel Lebenszeit ich auf der Strecke verbringe. Ich werde nun jeden Montagmorgen meine Erlebnisse vom Wochenende und Gedanken zur Woche für euch niederschreiben. Ich nehme mir vor, den Montag besser zu starten und zu verbringen. Und ich will euch ab jetzt jeden Montagmorgen einen Post schicken, damit ihr auch einen guten Start habt. Wenn es ein Thema gibt, was euch interessiert, dann schreibt es gerne in die Kommentare.

Heute der Auftakt mit eben diesem Montagmorgen Blues und mit dem wehmütigen Gefühl von Heimat.

Der Montagmorgen ist ja bekanntlich ein schwieriger Begleiter. Und irgendwie erwischt es mich mittlerweile regelmäßig. Das Schlimme: er hält den ganzen Tag an. Er nervt und ich brauche ewig um in den Gang zu kommen.

Meistens wache ich schon vor dem Wecker auf, geweckt von einer unangenehmen Nervosität. Der Kloß im Hals sitzt dann schon ganz tief und fest. Was wird wohl diese Woche anstehen? Wie lange willst du das eigentlich noch mit der Pendelei machen? Was willst du eigentlich im Leben erreichen? Was sind deine Ziele, Träume?

Woche für Woche dieselben Fragen, unterstützt von einer Menge Adrenalin im Körper und lauter dunklen Gedanken. Besonders schlimm ist es nach dem Urlaub. Heute zum Beispiel ist es wieder sehr bedrückend. Diese negativen Gefühle ändern sich im Laufe des Tages schlagartig und spätestens nach der Mittagspause sind sie verflogen.  Ist das nicht komisch, dass dies immer ausschließlich am Montag passiert? An keinem anderen Tag der Woche kommen diese Gedanken wieder auf. Ich denke, die schönen Erlebnisse am Wochenende tragen sehr viel zu dem grusseligen Start in die Woche bei. Wir waren am Wochenende in der Heimat und haben viele schöne Stunden mit meiner Familie verbracht. Ich versuche die Zeit am Wochenende immer intensiv zu genießen. An sich war das Wochenende eigentlich ruhig, aber auch wieder nicht. Bei meinen Eltern ist immer sehr viel Trubel, vor allem dann wenn mein Neffe und der Sohn meines Freundes zu Besuch sind.

Wir haben viel gespielt und einen abenteuerlichen Spaziergang am „Fluss“ unternommen. Egal bei welchem Wetter, Kinder müssen raus an die frische Luft und ich so wie so. Deshalb haben wir uns gestern unsere Stiefel angezogen und sind durch die Landschaft gestreunert. Im Dorf meiner Eltern fließt ein Bach, aus dem in der Phantasie der Kinder ein Fluss geworden ist. Die Kinder sind auf Bäume geklettert und über den Bach gesprungen. Wir haben Schneckenhäuser und Stöcker gesammelt und uns fest vorgenommen im Frühjahr ein Baumhaus zu bauen. Welch schönes Projekt! Als ich gestern Nachmittag dann allein die Rückreise nach Hause angetreten habe kamen mir einige Gedanken schon auf die sich heute weitertragen. Ich frage mich, was für mich Heimat ausmacht? Das Schöne an der Heimat ist für mich das Gefühl von Geborgenheit. Ich komme zur Tür meiner Eltern herein und fühle mich immer noch wie das Kind. Meine Mutter hat das gestern so schön gesagt. Egal in welchem Alter du bist du bleibst immer unser Kind. Ich werde wieder umsorgt und darf mich ein bisschen ausruhen. Und so gestaltet sich dann auch der Tag. Ausgeschlafen komme ich in die Küche, die frischen Brötchen stehen schon auf dem Tisch. Herrlich! Viele schöne Erinnerungen kommen mir dann auf. Sonntags gibt es Mittagessen und als Nachtisch immer einen Pudding. Wenn ich die beiden Jungs beobachte, die da am Tisch sitzen und sich darum streiten wer die größte Portion Pudding bekommt, dann erinnere ich mich so gern daran zurück, dass es bei uns Kindern immer Streit um den Pudding gab. Es ist einfach schön, die Familie in diesen Momenten ganz nah zu haben. Das haben wir so nämlich nicht und das finde ich sehr schade! Wir können aufgrund der Distanz nicht einfach mal sonntags zum Kaffee vorbei kommen. Wer das heute noch hat, dass die (Groß-) Eltern gleich um die Ecke wohnen kann sich wirklich glücklich schätzen! Erst wenn man diese Distanzen dazwischen hat weiß man, welcher Luxus es ist. Vor allem für die Kinder ist es doch das Schönste Oma und Opa ganz in der Nähe zu haben. Mit den Großeltern erleben die Kinder ganz andere Sachen, da wird auch vieles lockerer gesehen. Ich habe wunderschöne Erinnerungen an meine Großeltern, denn sie haben bei uns im Haus gelegt. Ich weiß, dass dies für meine Eltern nicht leicht war. Meine Mutter und ich haben gestern auch festgestellt, dass dies bei uns nicht möglich wäre, weil wir uns zu ähnlich sind. Meine Eltern versuchen so oft wie möglich ihr Enkelkind zu sehen. Das finde ich wirklich toll.

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Nun ja… Ich versuche die schönen Erinnerungen vom Wochenende nun in meinem Herzen einzuschließen. Vielleicht hole ich sie weder raus, wenn mich ein Montagmorgen wieder so böse erwischt wie heute. Jetzt heißt es erst mal anpacken. Nach einer Woche Abwesenheit staut sich doch einiges an.

Geht es euch denn manchmal genauso? Habt ihr Strategien für den Montag?

Habt einen guten Start in die Woche!

Lieber Gruß

Katharina

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Weihnachtsstern

(M)ein Plädoyer für mehr Gelassenheit

Jedes Jahr um die selbe Zeit: auf unzähligen Silvesterpartys spricht man im Rausch der Gefühle (und des Alkohols) persönliche Vorsätze aus, an die sich am darauffolgenden Tag niemand mehr erinnern will kann. Ich tue dies seit Jahren nicht mehr. Stattdessen habe ich mir schon seit einiger Zeit etwas für mich persönlich vorgenommen: Gelassenheit. Noch im April des letzten Jahres hat mich ein Kaffeebecher auf die sprichwörtliche Palme gebracht den mir mein Freund geschenkt hat: „Keep calm and go to…“. Ich dachte „so ein blödes Ding“ und „was soll so ein Spruch überhaupt“. Wie der Rest des Tages dann verlief, könnt ihr euch denken…. Es ging damals um die Entscheidung unseren Wohnort zu verlegen. Und diese Situation war die erste, in der ich mir bewusst gesagt hatte: einfach mal machen und abwarten, es wird sich schon alles regeln. Mein erster Schritt zu meiner persönlichen Gelassenheit. Und irgendwie konnte ich diesem Spruch dann doch etwas abgewinnen. Im August sind wir nach Fulda gezogen.

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In drei Schritten mehr Gelassenheit lernen:

1. Die kleinen Dinge des Alltags schätzen

Gelassenheit beginnt im Kopf. Aus diesem Grund versuche ich meine Gedanken auf die kleinen und schönen Dinge im Alltag zu lenken. Dazu gehört es ab und zu inne zu halten und alles um mich herum aufzusaugen: die Sonnenstrahlen die unser Haus durchfluten, der Geschmack einer besonderen Schokolade (die ich in den letzten Tagen häufig genossen habe), ein schöner Ausblick in die Landschaft oder ein Spaziergang. Das kann eben auch mal dieser frühlingshafte Weihnachtsstern sein.

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Natürlich sind es die großen Momente und Erlebnisse die erfüllend sind, wie ein Urlaub. An diesen erfreue ich mich natürlich besonders! Über das Jahr plane ich diese Highlights mit voller Hingabe. Aber für mehr Gelassenheit im Alltag sind es die kleinen Momente, die ich für mich schaffe.

2. In der Ruhe liegt die Kraft

Gelassenheit kommt von lassen. Etwas, was ich persönlich lernen muss, ist es mir Zeit für Ruhe zu gönnen. Die Füße hoch zu legen, (fast) nichts zu machen und in den freien Tag hinein leben. Am liebsten schmökere ich in meinem iPad – Instagram, Pinterest und den vielen Blogs, die wahre Inspirationsquellen für mich sind. Oder ich decke mich mit Zeitschriften ein. Bei Tratsch und Klatsch und Einrichtungstipps kann ich gut abschalten. Mit einer Tasse Tee gelingt mir das noch besser. Mein Lieblingstee ist im Moment eine Rotbuschtee-Mischung mit Vanille Aroma von der Kaffeerösterei Reinholz hier aus Fulda.

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3. Sei nicht so kritisch mit dir selbst

„Hey, sei nicht so hart zu dir selbst…“ (Lied von Andreas Bourani). Eine für mich treffende Aussage. Mein eigenes Handeln nicht immer hinterfragen. Nicht immer überlegen, was denken die anderen über mich. Es muss nicht immer alles zu 100 Prozent perfekt sein. Nicht bei mir. Auch nicht bei anderen. Für mich ist dies der wichtigste von den drei genannten Punkten. Kaum ist das neue Jahr angelaufen befinde ich mich schnell im altbekannten Hamsterrad. Der Alltag hat mich schneller wieder als mir lieb ist. Im Hamsterrad baut sich Stress und zeitlicher Druck wieder sehr schnell auf. Aufgaben und To-Do-Listen wachsen schneller als mir lieb ist. Und am kritischsten bin ich dabei mit mir selbst. Doch sollten wir uns für das neue Jahr vornehmen, auch wirklich mal nein zu sagen! Wenn es notwendig ist, auch mal gegenüber dem Chef. Am Anfang ist das schwierig. Es gehört auch viel Mut dazu. Aber ich habe neulich die Erfahrung gemacht, dass ein Nein sehr wohl auch im Beruf funktioniert. Und danach war es ein wirklich gutes, erleichterndes Gefühl. Was zählt ist die Grundeinstellung. Und die Erfahrung bringt den Rest an Selbstvertrauen mit sich! Ein Kännchen Zuversicht und Optimismus noch dazu und schwups bin ich ganz nah bei meinem Vorsatz: Mehr von dem tun, was mir gut tut. Weniger von dem tun, was ich meine tun zu müssen. Und alles viel gelassener.

Ich werde dieses Projekt ganz gelassen angehen, meinen Gedanken freien Lauf lassen, mich selbst und euch jeden Tag aufs Neue inspirieren. Und einfach schauen wie sich dieser Blog entwickelt.

Liebe Grüße Katharina